Louis de Funes
A Tribute to Louis de Funes
Jeder kennt ihn, den kleinen Mann mit Glatze und der Hakennase, der Kino- und TV-Zuschauer jedes Alters mit seinen Grimassen zum Lachen bringen konnte und in den 50er Jahren zu einem der bekanntesten Komiker Europas avancierte: Louis Germain David de Funès de Galarza, ein beeindruckender Name, der einen mehr an einen venezianischen Adeligen erinnern mag, als an einen der größten Komiker aller Zeiten. Louis de Funès spielt stets die Figur des cholerischen Patriarchen, der schlussendlich immer an seinen eigenen wahnwitzigen Plänen scheitert - und das auf eine eigene, urkomische Art und Weise. Für Viele zählt er zu den besten Komikern der Welt und wird es auch bleiben, dies zeigt auch die breite Zuschauerzahl bei seinen Filmen, die auch nach Jahren nach wie vor sehr beliebt sind.
Sein Durchbruch gelang Louis de Funés jedoch erst mit über 50 Jahren in „Zwei Mann, eine Schwein und die Nacht in Paris" (1956). Hier konnte de Funès erstmals sein komödiantisches Talent voll ausspielen, nachdem er zuvor eher in ernsten Rollen wie etwa in Jean Drévilles „Bartholomäusnacht“ (1954) zu sehen war. Von da an ging es Schlag auf Schlag, Komödien wie "Fisch oder Fleisch" (1958) und Pierre Gaspard-Huits „Fracass, der freche Kavalier“ (1960) sowie dem Krimi „Der Teufel und die Zehn Gebote“ (1962) mit Henri Tisot und dem grandiosen Alain Delon folgten. Doch erst seine komischen Rollen als temperamentvoller Hektiker in "Balduin, der Geldschrankknacker", die „Fantomás“- und die „Gendarm“-Filmreihen machten de Funès auch über Frankreich hinaus bekannt. Besonders im deutschen Sprachraum erfreuten sich seine Filme großer Beliebtheit.
Die Palette der von Louis de Funés gespielten Figuren reicht vom antisemitischen Fabrikchef in Gérard Ourys „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ (1973) über den bösartigen Restaurantkritiker in „Brust oder Keule“ (1976) bis hin zu allen möglichen Varianten unausstehlicher und bornierter Kleinbürger mit arg beschränkter Weltsicht. Kennzeichnend für den Stil seiner Filme sind die Situationskomik, hohes Tempo, Kalauer und Gags in der Tradition der Filmklamotte. Sein Repertoire an Grimassen ist erstaunlich und einfach einzigartig.
Louis de Funés starb am 27. Januar 1983 an einem Herzinfarkt in Nantes, Frankreich.
Louis, Oscar - Balduin?
Auch wenn es der Name vermuten lässt, haben die „Balduin“-Filme von Louis de Funés keinen inhaltlichen Zusammenhang – bis auf die Tatsache, dass de Funés jedes Mal seine Rolle als cholerischer Spießbürger perfekt an die Spitze und uns die Tränen vor Lachen in die Augen treibt.
Den „Balduin“-Zusatz haben die Filme übrigens nur im deutschsprachigen Raum. Die Titelübersetzungen und Synchronisationen in den 60er und 70er Jahren waren damals bei uns noch um einiges eigenwilliger als heute und so kam es, dass de Funés’ über 20 verschiedene Synchronsprecher hatte und unsere Filmtitel oft mit einem Balduin (oder einem Louis oder Oscar) geschmückt wurden – auch wenn Balduin im Film gar nicht Balduin heißt: In „Balduin, der Geldschrankknacker“ („Faites sauter la Banque!“, 1964) lautet Louis de Funés Rollenname Victor Garnier. Klingt zwar komisch, ist aber so. Und komisch sind die „Balduin“-Filme allemal, denn egal ob Victor, Oscar, Balduin oder sonst wie – Louis de Funés ist stets der spießbürgerliche Giftzwerg, den wir lieben.
